Veröffentlicht am 24 September 2014 08:29 - Platten, Blues

JP Soars - Full Moon Night In Memphis

Album des Monats September 2014 in der Wasser-Prawda English version

JP Soars - Full Moon Night In Memphis

JP Soars‘ drittes Studioalbum „Full Moon Night In Memphis“ ist eines der erfreulichsten Alben, die ich in diesem Jahr gehört habe. Jeder Track ist einfach eine Freude, der mit verschiedenen Bluesstilen Soars fantastisches Gitarren-Können zeigt. Begleitet von einer exzellenten Gruppe von Musikern und Sängern spielt Soars eine Vielzahl von Gitarren und singt. Seine Stimme erinnert ein wenig an Ian Siegal, genau so rau wie nötig, immer interessant. Er ist ein intelligenter und geschickter Gitarrist, aber er ist dabei immer unterhaltend, bezaubernd und amüsant, also das ganze Gegenteil von nur technisch herausragend.

Soars hat den Albert King Award für den Vielversprechendsten Gitarristen gewonnen. Und auf diesem Album kann man sehen warum, so wie er ohne Anstrengung und voller Geschmack uns seine Fähigkeiten auf elektrischen und akustischen, auf Resonator, Cigar Box und Lap Steel Gitarren vorführt.

Die Songs sind alle grandios, bis auf zwei stammen sie alle von Soars. In „Makes No Sense“, das einfach cool daherkommt, tritt Soars‘ Sensibilität für den Jazz in den Vordergrund mit einer wirklich coolen Gitarre. „Mean Old World“ ist ein Song von T-Bone Walker, in dem Soars dem großen Mann Respekt zollt mit einem Gitarrenspiel im Stil von Walker. „Savin‘ All My Lovin“ ist klassischer Chicago Blues. Und „Reefer Man“ nimmt uns 50 oder 60 Jahre zurück in die Vergangenheit mit Saxophon, Trompete und Background Chor - ein großer Spaß, bei dem die Zehen mitwippen. Bei „Viper“ hören wir einige herrliche Klarinettentöne von Scott Ankrom. Es ist ein altmodischer Bluessong in Moll für verrauchte Bluesclubs und hat Anklänge an Gypsy Jazz drin, der auch zu Soars‘ Repertoire gehört - superb! „The Road Has Got Me Down“ ist eine altmodische Country-Nummer, ein Duett mit Teresa James, bei dem Soars auf der Lap Steel Gitarre spielt und Brandon Santini eine tolle Harmonika beisteuert. Wir bekommen sogar ein wenig Latin-Sound im Intrumental „Lil‘ Mamacita“ vorgesetzt, um die Mischung komplett zu machen: Hier mit schnell und wild gespielter spanischer Gitarre.

Ich mag besonders das hart dahinziehende „Somethin‘ Ain‘t Right“, wo Soars zu glühender Bluesrockgitarre die Krankheiten der Welt besingt: Heimatlosigkeit, Armut, die amerikanische Innenpolitik - alle werden hier in den Blick genommen. “There’s got to be a better way, we can’t keep lookin’ the other way”, singt er. Wir müssen „ein wenig mehr geben, und weniger nehmen.“ Genau ins Schwarze getroffen, JP!

 

Das ist ein Album der allerhöchsten Güte - und es ist eines, dass ich immer und immer wieder hören werde. Tu Dir einen Gefallen und besorg Dir JETZT ein Exemplar!   Erhältlich ist das Album hierzulade zur Zeit allerdings lediglich über die Homepage des Künstlers.


- Autor -

Gary Burnett

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