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Veröffentlicht am 27 März 2015 10:28 - Feuilleton

Es ist 2015 und wir sprechen über schwarze und weiße Haut. Warum?

Englische Version

Es ist 2015 und wir sprechen über schwarze und weiße Haut. Warum?

Ich habe mir letztens den Film „Selma“ angeschaut. Er ist einfach gesagt herausragend - absolut fesselnd, aber ebenso auch inspirierend und herausfordernd. 


Der Film funktioniert auf einer Vielzahl von Ebenen, zu der auch die gehört, uns einen faszinierenden Blick auf Martin Luther King Jr. zu bieten. Schon allein weil er uns an den brutalen Rassismus erinnert, der zum Aufstieg der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten in den 50er und 60er Jahren geführt hat, ist es ein Film, den jeder gesehen haben sollte.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Rassismus eindeutig nicht verschwunden ist in den USA und auch nicht in Europa. Gerade in dieser Woche wurde ein Franzose, der von der Arbeit nach Hause kam, von einer Gruppe englischer Fußballfans in der Metro misshandelt. Er wurde aus dem Zug geworfen und verbal angegriffen mit rassistischen Gesängen. Der Vorfall wurde mit einem Mobiltelefon aufgenommen und weit verteilt. Das Opfer, Souleymane, der nicht will, dass man seinen Nachnamen kennt, sagte: „Es ist 2015 und wir sprechen über schwarze und weiße Haut. Warum?“

In der Tat: Warum? Immer noch begleitet der Rassismus unsere Gesellschaften. In einem erzählenden Artikel im Guardian berichtet Chris Amade: „Eine Woche nachdem Barack Obama zum Präsidenten gewählt worden war, ging ich in die Bar in meiner alten Heimatstadt in Zentral-Florida und bekam zu hören: Wenn ein Nigger Präsident werden kann, dann kann ich auch noch einen trinken. Reich mir doch gleich noch nen Whiskey! Ich war nur einen Tag in der Stadt und dachte: Verdammter Süden.“

Frau Arnade arbeitet an der Wall Street in New York City, erkennt aber selbst dort, dass „die arme Seite der Stadt in New York noch immer fast komplett dunkelhäutig ist.“ Sie weist darauf hin, dass Amerika die Geschichten von Schwarzen und Hispanics feiert, die es geschafft haben. Die, die es geschafft haben machen es den Leuten möglich, die anderen zu vergessen, die nicht in der Lage sind, die schlechten Chancen und all die Dinge zu überwinden, die sich ihnen in Nachbarschaften voller Armut, Arbeitslosigkeit, Verbrechen und Drogen entgegen stellen.

„Gegangen ist der offene, gewalttätige und legale Rassismus meiner Kindheit“, sagt sie „Er wurde ersetzt von eine wesentlich subtileren Version.“ Aber vielleicht ist sie gar nicht so subtil: Schwarze Demographen weisen darauf hin, dass über 28 Prozent der schwarzen Familien in Armut leben, verglichen zu den ungefähr 12 Prozent über alle Rassen, dass Schwarze dreimal häufiger von Polizisten angehalten und durchsuchtwerden als Weiße. Und sie machen 38 Prozent der Bevölkerung in den Gefängnissen aus, obwohl sie nur 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Und wir haben noch gar nicht angefangen, die jüngsten Ereignisse in Ferguson oder New York City zu diskutieren.

Der Song, der während des Abspanns von Selma läuft, ist „Glory“, gesungen von Common und John Legend. Es verursacht einem Gänsehaut, wie es nach vorn zu einem Tag ohne Rassismus und Ungerechtigkeit schaut:

One day, when the glory comes
It will be ours, it will be ours
Oh, one day, when the war is one

Faszinierend die Worte: „Ein Sohn starb, sein Geist besucht uns.“ Das ist ganz klar ein Hinweis auf Martin Luther King und seine noch immer andauernde Inspiration im fortgesetzten Kampf gegen Rassismus. Man kann es aber in diesem Kontext auf auf Jesus beziehen, der gesagt hat: „Selig sind, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit“, und der in seiner Zeit durch die Hände eines Unterdrückerregime gestorben ist, um einen neuen Tag des Friedens und der Gerechtigkeit zu bringen. Sein Geist ist da, um all diese zu inspirieren und zu stärken, die seinen Weg des Friedens und der Suche nach Gerechtigkeit gehen wollen.
Ich war sehr ergriffen von den Worten von Martin Luther Kings in einer seiner Reden in Selma:

“A man dies when he refuses to stand up for that which is right
A man dies when he refuses to stand up for justice
A man dies when he refuses to stand up for the truth.”

Das sind Worte, die inspiriert sind von Kings Verständnis der Bibel und von Jesus. David Oyelowo, der King in dem Film so überzeugend spielt, sagt über ihn: „Das war ein Man, der von seinen Überzeugungen angetrieben wurde. Jeder, der diese Reden erlebt hat, kann bestätigen, dass da durch diesen Mann mehr geflossen ist als nur Intellekt. Da ist ein tiefer spiritueller Antrieb in ihm, der will, dass alle Menschen Gerechtigkeit erfahren… Ich teile seinen Glauben. Als Christ weiß ich, wie es ist, wenn man durch mehr als seine eigenen intelligenten Gedanken ergriffen wird.“
Kings Worte sind eine Herausforderung an uns alle, ob wir glauben oder nicht: In einer Welt voller Ungerechtigeit, wie werden ihr und ich aufstehen für Gerechtigkeit, für Frieden, für Wahrheit und für das, was richtig ist? 





- Autor -

Gary Burnett

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