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Veröffentlicht am 26 Juni 2015 07:46 - Feuilleton

Rosewood

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Rosewood

1923 war Rosewood eine blühende afrikanisch-amerikanische Gemeinde in Florida. Im Januar des Jahres behauptete eine weiße Frau namens Fannie Taylor aus dem benachbarten Sumner, dass ein schwarzer Mann sie überfallen hätte. Nach Ansicht ihres schwarzen Zimmermädchen hat ein solcher Zwischenfall niemals stattgefunden. Der einzige Besucher im Haus an dem fraglichen Tag war Fannies weißer Liebhaber. Fannies Motiv war, die Aufmerksamkeit ihres Ehemanns von der Affäre abzulenken.


Kurze Zeit später schlossen sich 400 Mitglieder des Ku Klux Klan, die in der Nähe für eine Veranstaltung zusammengekommen waren, dem Ehemann bei der Suche nach dem angeblichen Täter an und durchzogen die Gegend mit Spürhunden. Man nahm an, dass es sich dabei um den kürzlich entflohenen Strafgefangenen Jesse Hunter handelte, der sich zu der Zeit in Rosewood versteckte. Zusätzlich wurden zwei unschuldige Männer als Komplizen beschuldigt und der Mob lynchte den einen und nahm den anderen gefangen. Sylvester Carrier, ein Cousin des geschlagenen und gefangen genommenen Mannes, versammelte seine Großfamilie, zu der viele Kinder gehörten, in seinem Haus, um sie zu beschützen. Schon bald erschien ein Mob und trat die Tür ein.

In einer verfahrenen Situation, die stundenlang andauerte, wurde eine Vielzahl von Menschen getötet und verletzt. Dazu gehörten mindesten sechs schwarze Menschen und ein Kind, dem ins Auge geschossen wurde, Auch zwei weiße Mitglieder des Mobs starben. Daraufhin begann der Mob, die Stadt Rosewood komplett nieder zu brennen und zwangen die schwarzen Familien zu fliehen. Viele verbargen sich tagelang in den Sümpfen, um dem Mob zu entgehen.

Insgesamt wissen wir nicht genau, wie viele Menschen bei dem Massaker starben – er könnten bis zu 30 Schwarze gewesen sein. Wie man es in jener Zeit erwarten konnte, wurde eine spezielle Grand Jury eingesetzt, um den Vorfall zu untersuchen. Die kam zu dem Ergebnis, es gebe zu wenig Beweise, um irgend jemanden anzuklagen. Allerdings erkannte das Parlament von Florida viele Jahre später 1994 das Unrecht an und verabschiedete die Rosewood Bill, welche den neun Überlebenden Schadensersatz zusprach. 2004 errichtete Florida eine Gedenktafel, die das Rosewood Massacker beschrieb und die Opfer beim Namen nannte.
1997 wurde das Ereignis Thema eines Films von John Singleton.

Blues-Troubadour Eric Bibb erinnert an diesen schrecklichen Vorfall in einem Lied seines aktuellen Albums Blues People mit dem einfachen Titel Rosewood. In einem kürlichen Interview meinte Bibb, seinem Gefühl nach sei es wichtig gewesen, daran zu erinnern, wieviel Arbeit angesichts der rassischen Spannungen und Ungerechtigkeiten, die in letzter Zeit zum Vorschein gekommen waren, noch zu erledigen sei. „Es ist noch eine Menge zu tun,“ sagte er. „1923 scheint angesichts der letzten Ereignisse nicht so weit entfernt zu sein.“
 

- Autor -

Gary Burnett

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