Veröffentlicht am 09 Oktober 2015 13:11 - Platten, Meilensteine, Blues

John Lee Hooker & Canned Heat – Hooker n Heat

John Lee Hooker & Canned Heat – Hooker n Heat

Heute ist ein Album dran, dass einen der besten, schwarzen Bluesmusiker mit einer der besten weißen Bluesbands vereinigt hat. Man hätte es auch gut Black & White nennen können.
Den Hörer erwarten spannende Duelle zwischen John Lee´s Gitarrenriffs und den Harpklängen von Al Wilson.

Aufgenommen wurde Hooker n Heat 1971. Doch was macht dieses Album eigentlich so einzigartig?
 


Zum einem: Das ist ein Album, das von John Lee Hooker dominiert wird. Er hat alle Songs geschrieben und prägt mit seinem einzigartigen Boogie die beiden Platten des Doppelalbums. Außerdem ist es das letzte Studioalbum, an dem Al Wilson (Canned Heat) mitgewirkt hat. Als das Albumcover entstand, weilte er schon nicht mehr unter den Lebenden. Und so erscheint er auf der Plattenhülle nur auf einem Foto im Hintergrund des Gruppenbildes.

Die erste CD liefert ausschließlich Delta Blues von John Lee Hooker, auf der zweiten CD jammt John Lee Hooker dann mit Canned Heat. Ich persönlich halte mehr von der zweiten CD dieses Albums.

„Boogie Chillen No 2“, wer kennt diesen Titel nicht. Hier kommt die Symbiose von John Lee Hookers harten Gitarrenriffs, seiner Stimme und der Harp von Al Wilson am besten zur Geltung.
Weitere herausragende Titel der Session mit Canned Heat sind „Whiskey and Wimmen‘“, „I Got My Eyes on You“, „Just You And Me“ und „Let‘s Make It“. Ob man nur Fan von John Lee Hooker oder von Canned Heat ist: Hier gelingt die Symbiose des Deltablues von Hooker mit dem Boogierock von Heat perfekt.

„The World Today“ ist ein weiterer Titel, den man beachten sollte. Das Thema ist leider immer noch aktuell. Acht Minuten lang singt Hooker und wird von Alan Wilson auf dem Piano begleitet, statt Schlagzeug hören wir nur Hookers rhythmisches Stampfen.
Er kündigt den als Sprechgesang gehaltenen, langsamen Song zunächst an: „It’s a slow-goin’ thing ... it’s about what happenin’ today, there will be happenin’ maybe four, five years from today ... all over the world. I want you listen to this.“ Das Lied ist vor dem Hintergrund der weltweiten 68-er Bewegung, eines bezüglich der Frage der Gleichbehandlung Weißer und Schwarzer gespaltenen Amerikas und, speziell das Aufnahmedatum betreffend, des Kent-State-Massakers zu verstehen, bei dem am 4. Mai 1970 vier gegen den Vietnamkrieg demonstrierende Studenten von Soldaten der amerikanischen Nationalgarde erschossen und neun weitere teilweise schwer verletzt wurden. Der zu diesem Zeitpunkt 52-jährige Hooker beklagt den Zustand einer von Konflikten zerrissenen Welt als „Alptraum“ und stellt sich auf die Seite einer Jugend, die aus den Fehlern der Generation ihrer Eltern lernen und sie ablösen werde.

„Look at here now, you’ll find some of them old people. They’re not hip to the modern days. They want their kids to live like they live. But no, them days are gone. It’s a brand new world. […] The old folks, when they’re gone, […] it’ll be a better world to live in.“

Auch die erste CD enthält ein paar Titel , die ein Bluesfan kennen sollte. „You Talk Too Much“ und „Bottle Up And Go“ sollen hier als Beispiele reichen.
 


CD 1
1. Messin‘ With The Hook
2. The Feelin‘ Is Gone
3. Send Me Your Pillow
4. Sittin‘ Here Thinkin‘
5. Meet Me In The Bottom
6. Alimonia Blues
7. Drifter
8. You Talk Too Much
9. Burning Hell
10. Bottle Up And Go

CD 2
1. The World Today
2. I Got My Eyes On You
3. Whiskey & Women
4. Just You And Me
5. Let‘s Make It
6. Peavine
7. Boogie Chillen No=2

Line up:
John Lee Hooker – guitar/vocals
Al Wilson – harmonica, piano, guitar
Henry Vestine – lead guitar
Fito de la Parra – drums
Tony de la Barreda – bass
 




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