Veröffentlicht am 25 Januar 2014 13:08 - Platten, Blues, Folk/World, Rock/Pop

Otis Taylor - My World Is Gone

Otis Taylor - My World Is Gone

Auf seinem 2013 erschienenen Album „My World Is Gone“ widmet sich Otis Taylor verstärkt den Problemen der amerikanischen Ureinwohner. Vor allem die Gitarre von Mato Nanji prägt den eindrücklichen Tranceblues des Songwriters auf dieser Veröffentlichung.
 


Immer mehr verschwinden die Kulturen jahrhundertealter Völker durch Globalisierung und die immer weiter fortschreitende Unterordnung der Kultur unter die Gesetze der Märkte. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Otis Taylor von den Problemen der afrikanischstämmigen Amerikaner sich auch zu denen der Ureinwohner des Kontinents hinwandte: Die Erfahrungen von Rechtlosigkeit, Unterdrückung und ständigem Verrat sind letztlich vergleichbar. Und die Frage, ob man sich mit den Mitteln des Blues mit Gewalterfahrungen von Indianerstämmen auseinandersetzen darf, ist rein akademisch. Nein: ob es um einen Indio gibt, der als Folge des Alkohols sein wertvolles Pferd verliert oder darum, dass man die heiligen weißen Büffel mittlerweile nur noch in Fernsedokumentationen sieht. Auch das sind ebenso Erfahrungen, die man mit dem Tranceblues Taylors zutreffend erzählen kann wie die Schilderung vom Abschlachten hunderter friedlicher Indios im 19. Jahrhundert durch die Kavallerie der Vereinigten Staaten.
Man kann Otis Taylor sicherlich mit einiger Berechtigung vorwerfen, dass seine Musik in den letzten Jahren immer vorhersagbarer geworden ist. Die Themen für seinen Protest sind andere geworden, gleichgeblieben ist die Musik zwischen akustischem Rootsblues und der elektrisch verstärkten Variante zwischen Blues und Rock. Doch dieser Vorwurf ist meines Erachtens fehl am Platz. Denn was Otis Taylor zu einem der wichtigsten Musiker des Blues im 20. und 21. Jahrhundert macht, sind eben die politisch engagierten Songs, seine oft schroffe Kritik an Ungerechtigkeit in Vergangenheit und Gegenwart. Und damit sorgt er dafür, dass der Blues relevant und aktuell bleibt, dass er nicht zu einer historisch abgehakten Episode der Geschichte oder zu einer behäbigen Kneipenmusik verkommt. (Telarc/in-akustik)
 

 


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