Veröffentlicht am 20 März 2017 06:56 - Platten, Blues

Hurricane Ruth - Aint Ready For The Grave

Hurricane Ruth  - Aint Ready For The Grave

Wenn Sängerin Ruth LaMaster anfängt, dann wird der Beiname Hurricane sofort verständlich: Mit der Kraft eines Wirbelsturms kommt ihre Stimme aus den Boxen. Ihr viertes Album entstand in Nashville mit Produzent/Schlagzeuger/Songwriter Tom Hambridge mit Musikern wie Gitarrist Pat Buchanan, Keyboarder Reese Wynans (Stevie Ray Vaughan) und Bassist Michael Rhodes (Joe Bonamassa).

Selbstbewusst spielt Hurricane Ruth mit ihrem Alter: Sie ist keine zwanzig Jahre mehr, auch keine vierzig. Aber für den Friedhof fühlt sie sich einfach noch nicht alt genug. Dafür habe sie einfach noch zu viel zu geben. Und darüber erzählt sie unter anderem in den Songs des neuen Albums, die sie bis auf ein Cover gemeinsam mit Hambridge und anderen geschrieben hat. 

Gewidmet hat sie das Album ihrem Vater, der eine Kneipe in Beardstown, Illinois, besaß, genau an der Strecke zwischen Chicago und St. Louis. Dort lernte sie Musiker aus Blues, Jazz und Country kennen. Und sie erfuhr schon als Kind, was es braucht, um einen Laden zu rocken. Und so legt sie gleich los mit "Barrelhouse Joe's", einem Loblied auf eine (oder gleich alle) Blueskneipen, wo man am Wochenende den Alltag für ein paar Stunden vergessen kann. LaMaster singt in anderen Songs über verheiratete und ehebrecherische Frauen, über die Kraft des Alters oder einfach über das Abtanzen am Wochenende. Selbst Gospelsounds für den Sonntagmorgen bietet das Album. 

Ob heftig rockend, predigend oder anklagend: Hurricane Ruth merkt man die klassische Schule der Bluesladies bis hin zu Koko Taylor an. Aber genauso ist ihre Liebe zum Southern Rock und Bluesrock zu spüren. Da muss man sich nur mal anhören, wie sie mit ihren Musikern "Whole Lotta Rosie" von den frühen AC/DC angeht. Da knallen die Gitarrenriffs dreckig nach vorne. Die Rhythmusgruppe treibt sie förmlich vor sich her. Und LaMaster lässt sich teils treiben, teils bricht sie ähnlich wie weiland Bon Scott den Song durch fast ironischen Sprechgesang. Das ist großes Cover-Kino!

"From The Cradle" ist ein äußerst empfehlenswertes Album für jeden, der seinen Blues kraftvoll, rauh und voller Ecken und Kanten mag. Das sind Bluesgeschichten voller Leben und Lebensfreude nicht nur für die Leute kurz vor dem Altersheim. Diese Sängerin kann auch noch einen Laden jugendlicher Rockfans bis zur Erschöpfung rocken wie ein Hurricane.

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